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Wärmeschutzverordnung

Als die Saudis im Herbst 1973 den Ölhahn zudrehten und somit die OPEC die Ölfördermengen um 5% drosselten, war die 1. Ölkrise perfekt. Der Ölpreisschock war ein heilsamer. Spätestens jetzt war klar, dass mit Energie sorgfältiger und sparsamer umgegangen werden musste. Als Konsequenz wurde am 1.11.1977 die 1. Wärmeschutzverordnung vorgestellt. Es folgten am 1.1.1982 die zweite und am 1.1.1995 die dritte. Am 1.2.2002 wurde die Wärmeschutzverordnung durch die Energiesparverordnung (EnEV) abgelöst - und am 1.10.2009 trat die neue Änderung der EnEV in Kraft.

Einen Teil zur Energieersparnis kann ein Wintergarten beitragen. Da der sog. Wohnwintergarten mit der übrigen Wohnung durch einen freien Zugang verbunden ist, wird somit die übrige Wohnung mit erwärmt. Beim umgekehrten Vorgang muss dann der Wintergarten bei kalter Witterung mitbeheizt werden. Hier müssen dann die Regeln der Wärmeschutzverordnung eingehalten werden.

Anforderung nach der EnEV

Der Wintergarten ist in der EnEV explizit nicht aufgeführt. Somit muss zunächst geklärt werden, unter welchen Bedingungen er in dieser Anordnung Anwendung findet.

  • Keine Anforderung nach der EnEV werden gestellt, wenn der Wintergarten nur für die Überwinterung der Pflanzen dient und eine Innentemperatur von 12°C nicht überschreitet
  • in der Heizperiode weniger als 4 Monate geheizt und im Sommer weniger als 2 Monate gekühlt wird
  • eine kleinere Nutzfläche als 15 m² aufweist

Wird der Wintergarten jedoch beheizt, dient er als Wohnraum. Hier müssen dann die Richtlinien der EnEV befolgt werden.

Richtlinien

Diese Richtlinien sind im Abschnitt 2 der EnEV in „Zu errichtende Gebäude“ nachzulesen:

  •  § 3 Anforderung an Wohngebäude
  •  § 4 Anforderung an Nichtwohngebäude
  •  $ 6 Dichtheit
  • $ 9 Änderung, Erweiterung und Ausbau von Gebäuden

Regelung

In § 9 der EnEV ist in den Absätzen 4 und 5 die Regelung in Abhängigkeit der Größe festgelegt:

  • (4) Bei der Erweiterung und dem Ausbau eines Gebäudes um beheizte oder gekühlte Räume mit zusammenhängend mindestens 15 und höchstens 50 Quadratmetern Nutzfläche sind die betroffenen Außenbauteile so auszuführen, dass die in Anlage 3 festgelegten Wärmedurchgangskoeffizienten nicht überschritten werden.
  • (5) Ist in Fällen des Absatzes 4 die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche größer als 50 Quadratmeter, sind die betroffenen Außenbauteile so auszuführen, dass der neue Gebäudeteil die Vorschriften für zu errichtende Gebäude nach § 3 oder § 4 einhält.“ Wird ein Wintergarten bei einem Neubau mitgeplant, hat also der Bauleiter gewisse Normen bzw. Auflagen einzuhalten. Dies gilt natürlich auch, wenn der Wintergarten nachträglich angebaut wird.
  • $11 (1) legt klar fest, welche Eigenschaft ein nachträglich angebrachter Wintergarten erfüllen muss: "Außenbauteile dürfen nicht in einer Weise verändert werden, dass die energetische Qualität des Gebäudes verschlechtert wird…."

Kriterien

Jedes Gebäude, jeder Wohnraum muss bestimmte Kriterien erfüllen. In Tabellen können die Referenzwerte dieser Kriterien nachgelesen werden für

  • Wärmeleitfähigkeit
  • Wärmedurchlasswiderstand
  • Wärmedurchgangskoeffizient
  • Transmissionswärmeverlust
  • Lichttransmissionsgrad
  • u.v.m.

Werte

Es würde den Rahmen sprengen, auf alle Werte einzugehen. Der Wichtigste soll kurz vorgestellt werden.

Der Wärmedurchgangskoeffizient U. Er war früher als k-Wert bekannt. Er drückt aus, wie viel Wärmeenergie (in J) in einer Sekunde durch 1 m2 Wand entweichen darf, wenn sich die Wand um 1 K (= 1°C) erwärmt.

In den Tabellen ist stets der Maximalwert Umax angegeben. So beträgt dieser Wert bei Sonderverglasungen mit einer Fläche zwischen 15m² und 50m², die mehr als 4 Monate auf mehr als 19°C geheizt werden: Umax = 1,3 W/m²K. Dieser Wert erhöht sich auf 1,9 W/m²K, wenn der Wintergarten mit gleicher Größe nur zwischen 12°C und 19°C beheizt wird, wenn er also kein Wohn-Wintergarten ist.

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